CJRM — Ziele und Messung
Kernthese
Abschnitt betitelt „Kernthese“Das Messproblem im Customer Journey Management ist in Wahrheit meist ein Zielsystemproblem.
Ohne ausdrückliche Ziele und gewünschte Zustände entstehen zwangsläufig generische Kennzahlen wie NPS, CSAT, CES, Conversion oder Drop-off. Das Messsystem wird im CJRM deshalb nicht nachträglich an die Journey gehängt, sondern aus dem Zielsystem abgeleitet.
Goal Architecture
Abschnitt betitelt „Goal Architecture“Ein Goal beschreibt einen angestrebten Zustand, keine Handlung. „Finanzielle Tragfähigkeit kennen“ kann ein Goal sein. „PDF hochladen“ ist zunächst ein Event und nur dann ein instrumentelles Goal, wenn dadurch ein übergeordnetes Goal erreicht werden muss.
Goals werden entlang zweier kombinierbarer Dimensionen beschrieben.
Funktion
terminal: Der erreichte Zustand hat selbst Wert.instrumental: Das Goal dient einem anderen Goal.
Herkunft
job-derived,goal-derivedconstraint-induced,institution-induced,provider-inducedcapability-enabled
Beispiel: „Identität verifizieren“ ist instrumental + institution-induced. So wird sichtbar, welche Teile einer heutigen Zielstruktur stabil und welche prinzipiell eliminierbar sind.
Beziehungen zwischen Goals: decomposes-into, depends-on, enables, supports, conflicts-with, substitutes-for, is-induced-by.
Goal und Desired State
Abschnitt betitelt „Goal und Desired State“Goal und gewünschter Zustand bleiben getrennt. Beispiel:
- Goal: „Risiko einer Fehlentscheidung reduzieren“
- Desired State: „relevante Alternativen verstanden und ausreichende Entscheidungszuversicht“
Messlogik
Abschnitt betitelt „Messlogik“Goal → Desired State → State Variable → Metric → Target
steht gegenüber
Event → Outcome → Actual State.
Daraus folgt: Goal Attainment = Differenz(Desired State, Actual State).
Kennzahlklassen
Abschnitt betitelt „Kennzahlklassen“| Klasse | Beispiele |
|---|---|
| State-Kennzahlen | Entscheidungszuversicht, Wissensstand, Vertrauen, Risikoexposition |
| Zielerreichung | Goal Completion Rate, Anteil der Actors, die den gewünschten Zustand erreichen |
| Outcome | Problem gelöst, Freigabe, erfolgreiches Onboarding |
| Ressource / Aufwand | Zeit, Aufmerksamkeit, Anzahl Interaktionen, Mitarbeiterminuten, Cost-to-Serve |
| Wert / Wirtschaftlichkeit | Kunde: gesparte Zeit, Risikoreduktion, Nutzen. Unternehmen: Umsatz, Marge, CLV, Cost-to-Serve, risikoadjustierter Ertrag |
Im Journey Lab entsprechen diese Klassen der Einordnung einer Kennzahl-Art (siehe Kennzahl-Arten).
Kunden- und Unternehmensziele
Abschnitt betitelt „Kunden- und Unternehmensziele“Beide werden nicht vermischt und nicht als zwei Welten behandelt, sondern als Actors mit eigenen Zielen. Beispiel:
- Kundenziel: „Entscheidung mit ausreichender Sicherheit treffen“
- Unternehmensziel: „qualifizierte Kaufentscheidung ermöglichen“
Ihre Beziehung ist aligned, tension, conflict oder independent. Viele vermeintliche Erlebnisprobleme sind in Wahrheit ungelöste Zielkonflikte. Die eigentliche Innovationsfrage lautet dann nicht nur „Wo ist der Pain Point?“, sondern „Welche Capability könnte diesen Zielkonflikt auflösen?“.
Goal Efficiency
Abschnitt betitelt „Goal Efficiency“- Customer Goal Efficiency = Zielerreichung des Kunden / verbrauchte Kundenressourcen
- Enterprise Goal Efficiency = Zielerreichung des Unternehmens / verbrauchte Unternehmensressourcen
So wird ein typisches Digitalisierungsproblem sichtbar: Die Effizienz des Unternehmens steigt, während die des Kunden sinkt.
Rolle von NPS
Abschnitt betitelt „Rolle von NPS“NPS bleibt eine mögliche wahrnehmungs- und beziehungsnahe Kennzahl. Er sollte nicht als Universalkennzahl für eine ganze Journey oder als Ersatz für Zielerreichung verwendet werden.
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