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CJRM — Sichten und Anwendungen

Die Ontologie ist das semantische System of Record. Unterschiedliche Anwender erhalten unterschiedliche Sichten darauf. Eine klassische Journey Map bleibt ein sehr gutes Instrument zum gemeinsamen Verstehen, muss aber nicht zugleich das System of Record sein.

Human Sensemaking Interface ≠ Semantic System of Record

Sicht Zweck
Journey View Events und Zustandsübergänge über die Zeit
Goal View Jobs, Goals, gewünschte Zustände, Beziehungen und Zielkonflikte
Measurement View Goals, Kennzahlen, Zielwerte, Belege und Messlücken
Capability View Ressourcen, Einschränkungen, Fähigkeiten und mögliche Zustandsübergänge
Value / Economic View Kunden- und Unternehmenswert, Ressourcenverbrauch, Wirtschaftlichkeit
Transformation View Auswirkungen veränderter Einschränkungen, Fähigkeiten, Institutionen oder Mandate

Phasen, Touchpoints, Emotionen, Pains, Gains, Zitate und Opportunities bleiben visuell erhalten. Im Hintergrund werden sie sauber auf Kernobjekte abgebildet (siehe CJRM im Journey Lab).

Führt ein Actor unter einem Mandat Events im Auftrag eines anderen aus (siehe Agency Transfer), ist die entstehende Folge keine Customer Journey im engeren Sinn mehr, sondern ein Ausführungsprotokoll unter Mandat, näher an Process Mining als an Journey Mapping. Die verbleibende Kundenjourney reduziert sich dann auf: Ziel äußern, Mandat erteilen, überwachen oder eingreifen, Ergebnis entgegennehmen.

Nicht Teil des Kernmodells sind Journey Mapping und Journey Management, Service Design, H1–H3-Transformation, Blue Ocean / ERRC, KI-Redesign, Process Mining, Experience Vision, strategische CX-Transformation, Messdesign, Portfolio-Priorisierung und Mandate-Boundary-Design (welche Events delegierbar sind und welche beim Menschen bleiben müssen).

  1. Sensemaking: die Kundenrealität verstehen.
  2. Alignment: eine gemeinsame Sprache schaffen.
  3. Diagnosis: Ursachen verstehen.
  4. Decision & Steering: priorisieren und steuern.
  5. Transformation & Innovation: bestehende Strukturen infrage stellen.

Klassische Journey Maps sind stark bei 1 und 2, mittel bei 3 und schwach bei 4 und 5. Das CJRM soll alle fünf bedienen.

Simple surface, rigorous substrate. Die Person, die eine Journey aufzeichnet, soll die Ontologie nicht bedienen müssen. Die formale Qualität entsteht im Hintergrund.

© 2026 Thomas Vehmeier · vehmeier digitale strategien ·CJRM und Inhalte dieser Dokumentation:CC BY-NC-ND 4.0 ·Urheberrecht und Nutzung